Wichtig im Januar

Im Februar erwacht der Garten langsam, aber sicher aus der Winterruhe. Jetzt zieht wieder Farbe in den Garten ein. Im Untergrund warten schon

die zarten Blättchen der Frühlingsstauden und das leuchtend grüne Laub der ans Licht drängenden Zwiebelblumen. Christrosen, Iris,

Schneeglöckchen, frühe Narzissen kommen mit dem jetzigen Wechselwetter gut zurecht. Der Winter macht endlich dem Vorfrühling Platz

und für uns stehen die ersten Vorbereitungen für das neue Gartenjahr an. Nun heißt es, den Garten möglichst unbeschadet über den Rest der kalten

Jahreszeit zu bringen und die richtigen Vorbereitungen zu treffen, damit die nächste Gartensaison ein voller Erfolg wird.

Meist wechseln sich von Januar bis April milde und frostige Wetterperioden miteinander ab. Das wirkt sich stark auf die Vegetation aus.

Sobald die Tagestemperaturen über 5° liegen und die Nächte frostfrei sind, beginnen die Pflanzen viel zu früh zu sprießen.

Die Vorfrühlingsblüher wie Christrosen, Schneeglöckchen, Iris, frühe Narzissen, Zaubernuss… kommen zwar mit den Wechselwetter gut zurecht.

Der vorzeitige Austrieb von Rosen, Bauernhortensien, Freilandfuchsien fällt aber oft dem Frost zum Opfer, der sich an die milden Perioden anschließt.

Frühe Blüten von Magnolien, Rhododendron praecox, Seidelbast, Goldlack oder Bellis werden dann vom Frost braun. Die Pflanzen sind zwar nicht

zerstört, aber auf eine schöne Blüte muss man bei ihnen ein ganzes Jahr warten.

Das Frostrisiko betrifft nicht alle Pflanzen und alle Regionen gleich. Vor allem die sogenannten ‘exotischen’ Gewächse – dazu werden üblicherweise

alle Pflanzen mediterranen Ursprungs gezählt – sind frostgefährdet und bedürfen besonderen Schutzes. Sind die Pflanzen noch klein, lohnt es sich,

Abdeckvlies bereit zu halten, das den direkten Frost abhält oder zumindest mildert.

An warmen und sonnigen Tagen sollten die Frostschutzmatten von empfindlichen Gewächsen auf dem Balkon und im Garten gelockert werden.

Die Pflanzen darunter lassen sich sonst durch die Wärme verführen und treiben vorzeitig aus. Auch den Winterschutz von spät blühenden

Zwiebelgewächsen wie Montbretien und Schmucklilien müssen Sie kontrollieren. Rühren sich die empfindlichen Gewächse bereits über Gebühr,

sollte bei erneutem Frost die Abdeckung verstärkt werden.

Junge Bäume, vor allem Obstbäume vertragen den Wechsel von starker Sonneneinstrahlung am Tag und tiefen Temperaturen in der Nacht nicht.

Die Rinde platzt auf, in den Wunden können sich Krankheitserreger ansiedeln. Schützen Sie deshalb die Rinde von gefährdeten Bäumen mit

einem Kalk- oder Bioanstrich.

Alte vertrocknete Triebe, verwelkte Samenstände von Stauden und Gräsern, im Herbst vergessene Einjährige – das alles muss jetzt weg.

Immergrüne Sträucher und Gewächse leiden gerade bei großer Kälte häufig unter Frostschäden. Deshalb sollte man sie jetzt gründlich auf

abgestorbene und braun verfärbte Blätter und Triebe untersuchen und all diese Pflanzenteile abschneiden.

Wenn keine starken Fröste mehr angesagt sind, können Sie die beliebten Frühlingsblüher Primeln, Stiefmütterchen… in die Erde bringen.

Reinigen Sie die leeren Schalen und Balkonkästen, füllen Sie sie mit frischer Einheitserde. Pflanzen Sie möglichst bei bedecktem Himmel und

geben Sie etwas Langzeitdünger hinzu.

Ohne Langzeitdünger müssen Sie nach drei Wochen dem Gießwasser Flüssigdünger zusetzen. Mitte Mai, wenn die Eisheiligen vorüber sind,

machen die Frühlingsblüher dem Sommerschmuck Platz. Eine Erneuerung der Erde ist dann nicht nötig.

Beim Rasen sollte alle 3 bis 4 Jahre Düngekalk ausgestreut werden, um dem Versauern des Bodens entgegenzuwirken. Durch Streuen von

Eisendünger kann man üppig wachsendes Moos bekämpfen.

Frühbeete dürfen bepflanzt werden, Knoblauch und Dicke Bohnen – wenn es nicht zu kalt ist – ab Ende des Monats schon im Freiland verlegt werden.

Bei offenem Boden können Sie Gehölze setzen. Denken Sie daran, im Topf wachsende Winterblüher wie Schneeball oder Zaubernuss an sonnigen

Tagen gründlich zu wässern. Das gilt auch für Immergrüne wie Buchsbaum oder Rhododendron.

Man kann bereits mit dem Teilen der Stauden beginnen – allerdings nur bei den Spätsommer- und Herbstblühern wie Fetthenne, Sonnenhut

oder Astern. Die Frühlings- und Frühsommerblüher werden erst nach der Blüte geteilt, weil sonst die Blütenfülle deutlich spärlicher ausfällt.

Selbst gute Böden sind hin und wieder für eine Aufbaukur dankbar. Das Frühjahr ist die ideale Zeit dafür. Unter den Mitteln zur

Bodenverbesserung ist reifer Kompost die Nummer 1. Er lockert den Boden und reichert ihn mit Nährstoffen an. Ein neuer Komposthaufen,

eventuell ein Platz und Zeit sparender Schnellkomposter wären angebracht.

In einem Komposthaufen läuft im Prinzip der gleiche Recycling- Prozess ab wie in der Natur. Eine Vielzahl von Organismen verwandelt Grasschnitt,

Laub, Pflanzenteile, auch Teereste, Kaffeesatz, Eierschalen, Obst- und Gemüseabfälle in fruchtbaren Humus: Regenwürmer, Käfer, Asseln, Pilze,

Bakterien usw. zerkleinern und zersetzen das Material.

Wärme, Luft und Feuchtigkeit sind die Erfolgsfaktoren für guten Kompost. Wärme erzeugen die Mikroorganismen unter guten Bedingungen selbst.

Luft und Wasser müssen vom Gärtner richtig dosiert werden. Ist der Kompost zu nass, kommt es zu Sauerstoffmangel und Fäulnis. Ist er zu trocknen,

sinkt die Aktivität der Mikroorganismen.

Der Komposthaufen darf weder in der prallen Sonne noch im tiefen Schatten liegen. Optimal ist ein halbschattiger und windgeschützter Standort.

Gespritzte Zitrusfrüchte, Katzenstreu, Wurzelunkräuter wie Giersch, auch Unkrautsamen gehören nicht auf den Kompost. Reifer, gesunder Kompost

duftet wunderbar erdig.

Den fertigen Kompost bringen Sie jetzt auf den Beeten, unter Sträuchern und zwischen Stauden aus und arbeiten ihn flach ein. Auf Gemüsebeete

kommt eine 3 bis 5 cm dicke Kompostschicht. Sobald die Spitzen der Zwiebelblumen sichtbar sind, wird der Kompost mit Gesteinsmehl und

organischem Dünger angereichert. Danach – wenn nötig – kräftig gießen, um die Lebensprozesse in Gang zu bringen. Bei Neupflanzungen

mischen Sie 1/3 Kompost in die Aushuberde. Den Kompost für Ihre Gemüsebeete oder Ihr Frühbeet für die Aussaat sollten Sie Kompost

vorher sieben – so ist es einfacher, gleichmäßige Aussaatrillen zu ziehen.

Den Winter über sahen Gräser wie Lampenputzergras, Japangras, Pampas- und Federgras mit ihren Silhoutten toll aus. Jetzt – rechtzeitig vor dem

Neuaustrieb – werden sie fast bis zum Boden zurückgeschnitten. Sie treiben dann kräftig durch. Das Gleiche gilt für sommer- und spätblühende

Sträucher wie Schmetterlingsstrauch, Säckelblume oder Bartblume.

Der Februar ist der Monat des Gehölzschnitts. Sträucher und Bäume, die noch in Ruhe sind, lassen sich gut beurteilen. Aber gehen Sie mit

Bedacht vor, schneiden Sie nicht bei Temperaturen unter minus 5 Grad. Vermeiden Sie Radikalkuren, die Vögeln und anderen Gartenbewohnern

Unterschlupf und Verstecke nehmen.

Gehölze mit farbigen Rinden, z. B. der Sibirische Hartriegel mit seinen prachtvollen roten Ästen und der Hartriegel ‘Cornus Flaviramea’ mit den

leuchtend gelben Zweigen sollten bis auf 5 bis 10 cm eingekürzt werden. Sie schlagen nach dem Schnitt problemlos wieder aus. Die neuen Triebe

sind viel farbintensiver als die mehrjährigen. Auch Bäume und Büsche mit farbigem Laub, etwa der Bunte Eschenahorn oder der rotlaubige

Perückenstrauch sind für einen kräftigen Rückschnitt dankbar. Umso prachtvoller und farbenfroher wird ihr Laub.

Hecken lassen sich jetzt gut verjüngen. Wenn sie zu groß geworden sind oder unten verkahlen, ist bis Ende Februar Zeit dafür. Nach dem 1. März

dürfen nur noch Formhecken geschnitten werden. Bei allen anderen Hecken ist der Rückschnitt zum Schutz der Tiere, insbesondere der

nistenden Vögel gesetzlich verboten.

Für die überwinterten Sommerblühern nähert sich nun das Ende ihrer Ruhezeit. Manche sehen ganz schön mitgenommen aus. Mangel an Licht

und Nährstoffen, unregelmäßiges Gießen oder Krankheit haben ihnen zugesetzt. Lüften Sie die Winterquartiere häufig und halten Sie die Pflanzen

kühl, damit sie nicht zu früh austreiben.

Schneidet man Hochstämmmchen wie Wandelröschen, Strauchmargeriten oder auch Geranien und Fuchsien im zeitigen Frühjahr um etwa ein

Drittel zurück, wachsen sie später buschig. Alles, was an der Pflanzensubstanz krank oder vertrocknet ist, muss herausgeschnitten werden.

Sind Sie sich nicht im Klaren, ob ein Zweig noch lebt oder tot ist, ritzen Sie die Rinde leicht an. Ist die darunter liegende Schicht grünlich,

lebt sie noch. Zeigt sie braune Farbe, ist der Zweig vermutlich abgestorben.

Die Knollen von Dahlien und Gladiolen sollten Sie jetzt auf Faulstellen kontrollieren. Sie können nun mit dem Vortreiben von Knollenbegonien

und Cannas beginnen, damit die Pflanzen nicht zu spät blühen.

Alle Zimmerpflanzen, die im nächsten Monat umgetopft werden sollen, benötigen nun Flüssigdünger ins Gießwasser. Sie kräftigen sich

dadurch und überstehen das strapaziöse Umtopfen besser als ohne zusätzliche Nährstoffe.