Wichtig im Juli

Jetzt im Hochsommer kann man den Garten richtig genießen. Aber es stehen auch eine ganze Reihe Arbeiten an. In diesem Frühling war

Trockenheit in den meisten Regionen ein großes Thema. Die Natur hat vielfach gelitten. Und gerade im Hochsommer ist die richtige

Bewässerung immer extrem wichtig.

Auch nach Regenschauern muss der Garten ausreichend gegossen werden. Zu dieser Jahreszeit kommt es immer wieder zu längeren

Trockenperioden. Achten Sie deshalb darauf, dass auch der Rasen genügend Wasser bekommt, da er sonst leicht verbrennt und dauerhaft

geschädigt werden kann. Dabei gilt: Lieber selten und viel wässern, als oft und wenig. Bleibt das Wetter länger heiß und trocken, sollte auch der

Kompost gewässert werden, sonst kommt der Verrottungsprozess zum Erliegen.

Wenn Sie in diesem Jahr in Urlaub fahren: Fragen Sie Ihre Freunde, ob sie während der Zeit Ihren Garten gießen. Oder lassen Sie sich ein

intelligentes Bewässerungssystem installieren. Bewässerungssysteme nehmen Ihnen das Gießen – nicht nur im Urlaub – ab, sondern arbeiten

oft auch genauer und helfen Wasser sparen.

Der Garten zeigt sich jetzt von seiner schönsten Seite. Und doch packt so manchen Gärtner das Fernweh. Naturgärtner sind jetzt im Vorteil:

Je naturnäher Sie Ihren Garten gestaltet haben, je weniger Sie ihn mit Wasser und Dünger verwöhnen, desto leichter übersteht er Zeiten ohne

Pflege. Falls Sie in diesem Sommer verreisen, müssen Sie den Garten auf Ihre Abwesenheit vorbereiten:

Düngen Sie vor der Reise nur noch wenig.

Wässern Sie die Beete nochmals kräftig und hacken Sie die Erde locker auf.

Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt oder eine Decke aus Stroh halten die Krume feucht.

Entfernen Sie gründlich Wildkräuter aus den Beeten.

Verzögern Sie die Ernte von Zucchini, Tomaten und Gurken, indem Sie die Blüten ausbrechen.

Juli heißt auch Abschied nehmen von der ersten üppigen Blütenpracht. Die Rosen verblühen. Prächtige Stauden bilden Samenstände. Wenn

Surfinias, Wandelröschen, Margeriten, Polarsterne…. stark in der Blüte nachlassen und Samen ansetzen, ist es Zeit für einen kräftigen Rückschnitt.

Die Pflanzen verlieren sonst zu viel Kraft.

Die wetterfesten Balkonpflanzen etwa die Geranien haben den wechselhaften Sommeranfang genossen und blühen prächtig.

Man kommt mit dem Ausknipsen der verwelkten Blüten in aller Ruhe nach. Stauden, die zum zweiten Mal blühen sollen, wie Rittersporn,

Eisenhut, Salbei, Katzenminze und Frauenmantel kürzen Sie stark ein und düngen nach.

Die Rosen werden nun nach der ersten Blüte zurück geschnitten und mit mineralischem Langzeitdünger versorgt, den man leicht einharkt.

Danach kräftig gießen. So wird die Bildung neuer Blüten und Triebe angeregt. Zu einem späteren Zeitpunkt dürfen Stickstoffdünger nicht

mehr ausgebracht werden, sonst reift das Holz bis zum Beginn der Frostperiode ungenügend aus.

Die Seerosen im Teich haben sich so stark vermehrt, dass Sie die jetzt auslichten können. Achten Sie darauf, dass die Pflanzen im und auch am

Rande des Teichs nicht wuchern. Unerwünschte Triebe von Rohrkolben, Simsen und Sumpfschwertlilien entfernen Sie mit der Teleskopschere

und fischen das Schnittgut ab.

Die Triebe des Blauregens schießen nach der Blüte kräftig in die Länge. Um die Kraft in die Anlage einer Nachblüte zu lenken, kürzt man die

Neutriebe um zwei Drittel ein.

Stehen bei den Obstbäumen Äste und Laub sehr dicht, wird es im Juli Zeit für den Sommerschnitt. Überzählige Äste, vor allem solche,

die keine Früchte tragen, werden entfernt. So erhalten die reifenden Früchte wieder das wichtige Sonnenlicht. Die Schnittwunden heilen

jetzt besonders gut.

Pflanzen, die sich bisher schlecht entwickelt haben, müssen im Juli ersetzt werden, damit die Neuen im Sommer noch eine Chance haben.

Pflanzzeit ist jetzt für herbstblühende Zwiebelblumen wie Herbstzeitlose und Herbstkrokusse, Saatzeit für die Zweijahrespflanzen, vor allem

die Stockrosen.

Die Ernte ist jetzt im vollen Gange. Erdbeeren, Frühäpfel, Stachelbeeren, Himbeeren und Johannisbeeren müssen jetzt regelmäßig gepflückt

werden. Salate, Buschbohnen, Kohlrabi, Möhren und Radieschen bereichern unseren Speiseplan. Kräuter wie Thymian, Oregano und Salbei

können Sie nun auch trocknen. Warten Sie mit der Ernte, bis es einige Tage niederschlagsfrei und warm war, dann enthalten die Gewürze mehr

Aroma. Schneiden Sie die Kräuter am Morgen, wenn der Tau gerade abgetrocknet ist. Binden Sie die Stängel zu schmalen Bündeln und hängen

sie an einem dunklen, warmen Ort zum Trocknen auf.

Auf dem Gemüsebeet werden Pflücksalate, Rauke, Buschbohnen und Kohlrabi gesät oder nachgepflanzt. Auch die Winter – und Lagergemüse

wie Porree, Pak Choy, Chinakohl, Radicchio, Zuckerhutsalat, Grünkohl und Endivien kommen jetzt in die Erde. Am Ende des Monats ist die

beste Zeit, um Erdbeeren zu setzen. Rhabarber jetzt nicht mehr ernten, aber reichlich gießen und düngen. Tomaten und Gurken brauchen

viel Wasser.

Bei feucht-warmem Wetter tauchen eine Reihe von Schädlingen im Garten auf. Pilzkrankheiten wie Apfelschorf, Birnengitterrost, Monilia

Spitzendürre, die Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Johannisbeersäulenrost, Amerikanischer Stachelbeermehltau, Grauschimmel an Erdbeeren,

Mehltau in jeder Form an Rosen treten auf.

Dann ist äußerste Hygiene gefragt. Wer mit einer Gartenschere eine von Mehltau befallene Rose abschneidet, muss erst das Werkzeug mit

Alkohol reinigen, bevor er die nächste Rose kürzt. Hat die Spitzendürre die Kirschen befallen, heißt es spritzen und die vertrockneten Triebe

und Blüten 15 cm bis ins gesunde Holz entfernen und gründlich entsorgen.

Um gegen Schädlinge und Blattkrankheiten vorzugehen, genügt es vielfach, für bessere Bodenverhältnisse zu sorgen. Oft reicht es, zu gießen,

zu hacken, zu düngen und die Schädlinge verschwinden wie von Zauberhand. Starke Pflanzen wachsen Läusen und Schnecken davon,

widerstehen auch Pilzkrankheiten besser. Ein kräftiges Pflanzengewebe kann nicht leicht von Pilzen und Viren durchdrungen werden.

Außerdem muss man das ökologische Gleichgewicht im Garten stärken. Frösche, Kröten, Eidechsen, Igel, Hühner, Enten, Glühwürmchen,

Hundertfüßler, Weberknechte, Amseln, Drosseln, Elstern und Stare gehen gern auf Schneckenjagd. Jeder Gartenliebhaber sollte wenigstens

einigen dieser Tiere einen Lebensraum im Garten geben. Er kann auch stark gefährdete Pflanzen wie Funkien, Rittersporn, Salat… mit

geruchsintensiven Pflanzen wie Beinwell, Bohnenkraut, Knoblauch, Oregano, Rosmarin, Pfefferminz, Zitronenmelisse… umgeben und so

vor Schnecken schützen.

Notfalls stellt man die Bepflanzung auf Gewächse um, die von Schnecken gemieden werden. Dazu gehören u.a. Akeleien, Alchemilla,

Christrosen, Cosmea, Felberich, Geißbart, Gräser, Herbstastern, Immergrün, Nelken, Pfingstrosen, Phlox, Schaumblüte, Sonnenbraut,

Storchschnabel, Thymian und Wolfsmilch.

Außerdem sollte man ständig auf Schneckensuche gehen, die Schnecken in ihren Verstecken unter lockeren Steinen und Tontöpfen aufspüren,

beim Umgraben auf die weißlichen, durchscheinenden Eigelege achten und sie mit heißem Wasser vernichten.

Man kann Schneckenzäune um besonders gefährdete Beete ziehen. Auch Buchsbaumeinfassungen sind hilfreich, ebenso Schneckenfallen

mit Weizenbier oder süßem Wein. Wer zu Schneckenkorn greift, sollte darauf achten, dass er ein umweltverträgliches Produkt einsetzt.